Ex-Prinzen haben "gewichtigen" Vorstand PDF Drucken E-Mail

Ex-Prinzen haben "gewichtigen" Vorstand

19. Empfang zu Ehren der Prinzenpaare in der Kannenbäckerstadt

-mz- "Wir wollen dem Vorstand mehr Gewicht geben", mit diesen Worten stellte sich Bernd Opitz als neuer Präsident der Exprinzen vor. Ihm zur Seite steht Michael Kern als Geschäftsführer. Das Gewicht ist wörtlich zu nehmen, stellen beide doch mit ihrer überragenden Körpergröße gestandene Mannsbilder dar

Gut vorbereitet auf sein neues Amt zeigte sich Bernd Opitz, als er in der lockeren Art des erfahrenen

Bühnenkarnevalisten die Ehrengäste aus Verwaltung, Polizei und Kirche begrüßte, nachdem er die Gründung des Vereins der Ex-Prinzen durch Franz Huth und seine Familie gewürdigt hatte. Den Vertretern der närrischen Korporationen aus der Verbandsgemeinde galt sein Willkommensgruß und speziell den Wagenbauern der Bendorfer Narrenzunft und den Vertretern des Verbandes Rheinischer Karnevals-Korporationen (RKK). Den Sponsoren der Veranstaltung sagte er ebenso Dank wie dem treuen Musikbegleiter Bernd Kraft. Er vergaß auch nicht, einem Geburtstagskind unter den Gästen zu gratulieren.Es ist immer eine angenehme Aufgabe der Ex-Prinzen, das Prinzenpaar der vergangenen Session als Mitglieder in ihren Kreis aufzunehmen. Bernhard und Caroline Münz wurden in diesem Jahr feierlich zum Ex-Prinzen bzw. zur Ex-Prinzessin erklärt. Kurzkommentar von Ex-Prinz Bernhard: "Ziel erreicht""Zinnhannes"-Kulturpreisträger Dietmar Gerharz eröffnete mit seiner humoristisch-politischen Rede den Reigen der unterhaltsamen Vorträge. In seine scharfsinnigen Bemerkungen auf Wäller Platt hat er gekonnt Wortspiele und Zusammenhänge eingeflochten. Alice Schwarzer "hätt zwar net su ville Kinner bie die amtierende (Familien-Ministerin, ower die könnt se jo 'von der Leyen'". Hella von Sinnen ist für ihn "dä Schwierson vom Altbundespräsident Scheel". Für seinen Film "Im Westen was Neues" hätte Gysi "denn Oskar krischt". Zum Rücktritt Münteferings vermutet er: "Vielleicht wore auch sauer. Dö es jo Sauerländer. Wenn ein Mann Glück hat, "krichste en Frau met vill Mitgift. Wenn de Pech hats, nur mit Gift". Einen Vergleich mit "die Modäller" bräuchten Frauen nicht zu scheuen: "Noch häschdet "Naomi, enne paar Johr "Na Omi". Die Immobilienkäufe eines städtischen Hoteliers glossiert Gerharz, indem er seinen Nachbarn vor dessen Haus fragt: "Noch dir?" Anschließend "gucken ich bei mir an dä Haustür offet Namensschild". Von den Lokführern vermutet er: "Ber sich die einendreissisch Prozent ausgedäscht hätt, dä hatt mindestens drei Komma eins Promille". Die Affaire um Innenminister Bruch ist eine Fundgrube für Gerharz. Die zugeschusterten Aufträge: "Em Onnerschied zom Erbteil es datt en Bruchteil. Dä Schwiersohn hätt gesoht, dat es e Pflichtteil. Jetz warten se all off datt Urteil". Dietmar Gerharz abschließend zu Stoiber: "Dä hätt jo ömmer su wunderschön geschwätzt. Su rischdisch flüssisch. Wenne en Form wo, sugar üwwerflüssisch".

Stehend applaudierte das Auditorium dem über die Grenzen von Höhr-Grenzhausen bekannten Redner, Redenschreiber und Heimatdichter.

Als karnevalistischer Höhepunkt folgte die Vorstellung der Prinzenpaare. Kinderprinz Yannic I.(Klas) ist aktiver Karnevalist in der Ranzengarde. Das närrische Gen ist von den Eltern ererbt: Vater tanzt im rot-weißen Männerballett und Mutter wirkt mit im Komitee Fastnachtszug. Seine Prinzessin Lea I. (Heinrich) kommt ebenfalls von der Ranzengarde "Grün-Gelb". Ihre karnevalistische Neigung hat sie von der "rot-weißen" Mutter. Beide regieren unter der Flagge der Pirateninsel. Bei den Worten an sein närrisches Volk glänzte Kinderprinz Yannic durch eine unterhaltsame Ansprache.

Eine recht junge karnevalistische Vergangenheit hat Prinz Klaus II. (Backhaus). Seit 1999 ist der gebürtige Bonner bei den "Heljerter Motzen" und erklomm über die Station Vorsitzender jetzt das höchste närrische Amt in der Verbandsgemeinde. Prinzessin Anke I. (Dirsen) empfing ihre karnevalistischen Weihen beim "Rot-Weiß"-Ballett. Beide kommen also "aus der bunten Welt des Karnevals", wie man auch auf ihrem Orden lesen kann.

Für das Komitee Fastnachtszug gratulierten anschließend Vorsitzender Dieter Heine assistiert von Birgit Gilles und der neue RKK-Präsident Peter Müller sprach Glückwünsche des Verbandes aus.

 

Als Naive vom Lande präsentierte sich danach Natascha Bayer aus Vallendar. Sie imitierte gekonnt insgesamt fünf verschiedene Personen mit ebenso vielen unterschiedlichen Sprachfehlern im Gespräch bei einer ambulanten Krankenbehandlung. Daneben gab sie Erklärungen für eine Notschwester: "Eine Schwester, die man zur Not als Schwester holen kann", und kreierte die Berufsbezeichnung "Narkotesse".

Sie erntete viel Lachen und Beifall.

 

Martin Staudt erfreute als "Hausmeister Schmitz" von der Stadt das Publikum mit Schilderungen aus seinem täglichen Arbeitsleben. Die Beschreibung eines Unfalls mit seinem Unimog gegen einen "Geländewagen Fiat Uno" wurde mit Erheiterung quittiert. Er verstand es meisterhaft, humoristische Anekdötchen, Witze und Kalauer durch einen roten Faden zu einem närrisch-unterhaltsamen Paket mit Ortsbezug zu schnüren. Seine Vortragsart tat ein Übriges und wurde mit viel Applaus belohnt.

 

Dem "stellvertretenden Stellvertreter des stellvertretenden Stellvertreters des Sherriffs" lieh Bernd Opitz Rolle

und Stimme. Er führte ein Zwiegespräch mit dem einfältigen "Apa-pa-che-Pitter" Bernhard Münz, der auf seinem "Rennesel" in den Saal trabte. Erheiternde Zählweisen (Er ist viereinhalb Monate mit ihr verheiratet und sie mit ihm, macht zusammen neun Monate) und Selbstironie (Rennesel bedient die Knöpfe im Raumschiff, Pitter sorgt fürs Futter) brachten das begeisterte Publikum zum Lachen. Zum abschließenden Indianertanz berichteten sie, daß sie für 5 000 Dollar in Las Vegas auftreten könnten – aber sie hätten das Geld nicht zusammen- gekriegt.

Den Abschluß des unterhaltenden Programms gestalteten die "Ex-Prinzen-Sänger" mit einem Spanien-Potpourri der Bläck Fööß und dem Gassenhauer "Ein Stern, der deinen Namen trägt". Dazu ist ihnen jedoch ein anderer Text untergekommen: "Eine Frau, die mich nach Hause trägt, mir Aspirin aufs Kissen legt, die wünsch ich mir heut Nacht". Dazu hob jeder Sänger ein "Stern"-Titelblatt mit dem Konterfei seiner Ex-Prinzessin in die Höhe.

Für eine Überraschung sorgte Stefan Sahm von Rastal. Er hatte in seiner Familienchronik viele Tollitäten entdeckt und wollte für die Fortführung des Kulturgutes Karneval den Aktiven mit einer Ehrung Dank abstatten und Ansporn geben. Dazu stiftete er den Orden "Goldener Laureatus", der in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen jedem karnevalstreibenden Verein einmal jährlich für ein verdientes Mitglied zur Verfügung steht. Das erste Exemplar erhielt aus seiner Hand Edi Müller, der von den Ex-Prinzen nominiert worden war.

Mit dem Ex-Prinzenlied von Dietmar Gerharz nach der "Buure"-Melodie "Ruut, ruut, ruut sin die Ruuse" rundeten die Sänger die Matinee-Veranstaltung ab und die Gäste konnten dem deftigen Westerwälder Büffet zusprechen.

 

 

 
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